Erfolgreiches Trainingslager der deutschen Ü70 und Ü75 Veteranen-Mannschaften in Polen

Deutsche Ü70- und Ü75-Teams bereiten sich auf die WORLD-CUP in Australien vor

(Quelle: Ü70-/Ü75 Nationalmannschaften - Nettersheim/ Großefehn 15.06. 2026) Für viele über 70-jährige ist ein Leben im Altenheim, in einer „Seniorenresidenz" der letzte Lebensabschnitt. Davon wollen die 40 aktiven Fußballer, die den Kader des Ü70- und Ü75-Nationalteams für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Brisbane/ Australien bilden, noch lange nichts wissen. Im Gegenteil. Was für Generationen vor ihnen unvorstellbar war - für Spieler dieses Alters wird ein Traum wahr: Zu spielen bei einer Fußball-Weltmeisterschaft - das Größte was sich ein Fußballer in seinem Leben vorstellen kann - wurde/wird für sie Realität.
Bisheriger Höhepunkt in der Vorbereitung auf das große Turnier war ein einwöchiges Trainingscamp Anfang Juni im polnischen Jarocin bei Posen, von dem die Sportler vor Kurzem zurückgekehrt sind. Im dortigen Sporthotel fanden die Gäste aus Deutschland ideale Trainingsbedingungen vor. Zwei Natur-Rasenplätze im Topzustand und ein Kunst-Rasenplatz in direkter Nachbarschaft des ruhig gelegenen Sporthotels wurden an den vier Trainingstagen intensiv genutzt. 
Hinzu kam ein Kraftraum im Haus, ein Schwimmbad mit 25m Bahn und Entspannungs-Bereich, Tagungsräume für Taktik-Schulungen, ein Reha-Bereich für physiotherapeutische Behandlungen und den sportliche Belastungen angemessene Mahlzeiten morgens, mittags und abends rundeten das Angebot ab. Initiiert hat dieses Trainingscamp der polnischstämmige und langjährige DFB-Fußballlehrer, Ausbilder und Lehrgangsleiter im Niedersächsischen Fußballverband, Marek Wanik (68). Bei seinem früheren Arbeitgeber hatte er vor einigen Jahren eine Kooperation zwischen dem NFV, dem DFB und dem großpolnischen Fussballverband in Poznan/ Posen (vergleichbar mit einem deutschen Fußball-Landesverband) ins Leben gerufen. Diese Zusammenarbeit trug schon damals zahlreiche Früchte. So konnten z.B. in insgesamt 26 gemeinsamen, von Wanik koordinierten und geleiteten Lehrgängen über 600 angehende polnische Trainer - sowohl Frauen, als auch Männer - ihre B-Lizenz erwerben.


Einen seiner damaligen Schüler, Marcin Dreier, der heute beim großpolnischen Fußballverband zuständig ist für Ausbildung und Talentförderung, durfte Wanik denn auch anlässlich des Trainingslagers in Jarocin wiedersehen. Das war genauso herzlich, wie die Stimmung auf dem deutsch-polnischen Freundschaftsabend, der im Anschluss an ein Testspiel einer polnischen Ü50/Ü60-Auswahl gegen den deutschen Ü70-Nationalkader stattfand. Polen und Deutsche kamen einander völkerverständigend näher, auch jenseits des Themas Fußball. Vier Spieler der beiden deutschen Teams waren dabei aufgrund Ihrer polnischen Wurzeln und entsprechender Sprachkenntnisse wertvolle Brückenbauer.
Das Trainingscamp in Jarocin war Teil einer bereits seit Beginn des Jahres laufenden detaillierten Jahresplanung, die ebenfalls auf den umtriebigen Marek Wanik zurückzuführen ist. Mindestens einmal im Monat haben sich seit Januar bis heute rund 60 Spieler aus ganz Deutschland zu Sichtungslehrgängen und Trainingsterminen zusammen gefunden. 
Nächstes Highlight wird ein Einladungsturnier für Ü70 Mannschaften aus der ganzen Republik sein, der erstmals ausgetragene „Nordcup". Das Turnier findet am 14.Juli im ostfriesischen Großefehn statt. Zuvor treffen sich beide deutsche Auswahlmannschaften noch am 30. Juni zu einem weiteren Sichtungstraining im ostwestfälischen Salzkotten.
Interessante Notiz am Rande des Trainingslagers: Der polnische Hotelier, zuständig auch für die benachbarten Sportanlagen, war so begeistert vom Team Deutschland, dass er alle spontan für das nächste Jahr wieder eingeladen hat. Und zwar zu einem internationalen Ü70- und Ü75-Turnier mit weiteren Nord- und mitteleuropäischen Nationalmannschaften, z.B. aus Polen selbst, aus Dänemark und weiteren skandinavischen Ländern, aus Tschechien und ggf. auch den baltischen Staaten. Aus dem „Nordcup" könnte so mittelfristig eine Europa-Meisterschaft mit jährlich wechselnden Austragungsorten werden.
Anfang September steht ein weiteres Trainingslager auf dem Programm. Dieses Mal in der NFV-Sportschule in Barsinghausen. Danach wird´ s dann langsam Ernst. Das im Vergleich zur aktuellen WM der Profis in den USA/Kanada/ und Mexiko noch relativ junge WM Turnier für Ü70- und Ü75-Fußballer steht dann vor der Tür. Dieses Jahr zum insgesamt zehnten Mal ausgetragen, starten die Wettkämpfe am 12. Oktober in Brisbane. Das Endspiel ist für den 16. Oktober vorgesehen. Bis dahin müssen die deutschen Nationalteams in beiden Altersklassen mindestens fünf Spiele
absolvieren und zwar in drei Tagen. Das bedeutet an mindestens zwei Tagen zweimal 60 Minuten, die auf die WM-Teilnehmer warten. Sollte es Deutschland bis ins Endspiel schaffen, werden es sogar sechs Spiele sein.
Das zeigt, wie wichtig ein ausgewogener Kader und ein topfitter Trainingszustand der designierten WM-Spieler ist. Den zu erreichen helfen bei der Ü70 DFB-A-Lizenztrainer und Fitness-Studio Betreiber Stefan Stuckenberg aus Hollage bei Osnabrück, bereits erwähnter Ü75 Coach Marek Wanik, der seine Jungs bereits 2025 in Tokio zum Weltmeistertitel geführt hat und der den Titel in diesem Jahr verteidigen will, sowie ein Team von drei Physiotherapeuten, die auch in Polen schon dabei waren. Das Ergebnis der gelungenen Belastungssteuerung durch die Trainer und der Einsatz
der Physios Antonia Noohs, Jan Boyke und Hagen Sicher: Kein einziger Verletzter trotz fünf intensiver, jeweils zweistündiger Trainingseinheiten. Für Fußballer in diesem stolzen Alter wahrlich keine Selbstverständlichkeit. 
Zwölf Mannschaften aus vier Kontinenten werden bei den 70ern um die WM-Krone kämpfen. Bei den Ü75 bislang elf. Darunter sind jeweils drei Teams aus den USA, zwei aus Japan, zwei aus Australien und die National-Teams aus England, Wales, Kanada und Deutschland. Hinzu kommt - die Statuten der Veranstalter lassen mehrere Meldungen aus einem Land zu - ein in diesem Jahr gegründeter Verein aus Ostfriesland, der Verein „Fußball 70plus Deutschland".
Fazit: Der so genannte Veteranenfußball mit Spielern über 70-/75-Jahren ist kein "Auslaufmodell", sondern ein Beleg für das Motto: Football knows no age (Fußball kennt kein Alter).  Wichtige Impulse erhielt die Entwicklung dieses Altersfußballs auf nationaler Ebene durch den Empfang des Ü70 und Ü75-Teams durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) im Jahr 2025. Dieses besondere Ereignis, war für die beteiligten Spieler und Verantwortlichen eine Verpflichtung, sich auch weiterhin für den nationalen Fußball dieser Altersgruppen zu engagieren.